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Jägervereinigung Frankenberg e.V.

Nachsuchengruppe Waldeck-Frankenberg

 

„Wenn durch menschliches Verschulden ein Geschöpf geriet in Not und ein qualvoll Leiden, Dulden, einem wunden Wilde droht, wenn des Geistes hohe Stufe und des Menschen Kunst nicht reicht, folgt der Hund dem bangen Rufe, seine Nase schafft es leicht!“

 

Nach vielen Monaten intensiver Arbeit, unzähligen Telefongesprächen und diversen Sitzungsterminen ist es nun tatsächlich wahr geworden: in Waldeck-Frankenberg sind Nachsuchen ohne Revier- und Hegegemeinschaftsgrenzen möglich.

 

Nachsuche ohne Grenzen!

Dabei hatte alles ganz bescheiden angefangen, berichtet der Vorsitzende der Waldeckischen Jägerschaft, Heinz Langerzik. „Wir wollten ursprünglich nur eine Liste von qualifizierten Schweisshundeführern auf unsere Internetseite stellen, um besonders unseren auswärtigen Mitgliedern im Bedarfsfall langwieriges und umständliches Telefonieren zu ersparen. Was jetzt daraus geworden ist, hätten wir uns am Anfang auch nicht träumen lassen.“

Besonders die Funktionsträger in Jagdvereinen werden mehr oder weniger regelmäßig von ihren meist auswärtigen Mitgliedern angerufen und nach Kontakten zu qualifizierten Nachsuchengespannen gefragt. Wenn man ganz ehrlich ist, fallen einem auf Anhieb sicherlich zwei oder drei Namen von Hundeführern ein, aber in Stoßzeiten wie Vollmondphasen oder großen Gesellschaftsjagden reicht das in der Regel nicht aus.

Wir haben uns dann auf die Suche nach qualifizierten und erfahrenen Schweisshundeführern gemacht, die bereit sind, im gesamten Kreisgebiet Nachsuchen durchzuführen. Durch einige Telefonate und Mund-zu-Mund-Propaganda waren relativ schnell 10 Hundeführer gefunden, die sofort Bereitschaft signalisiert haben hier mitzuarbeiten und im weiteren Verlauf entscheidende Impulse und Ideen eingebracht haben. „Das war wie eine Quelle, die man nur anstechen musste, und schon sprudelten die Vorschläge“, so Langerzik.  Als Obfrau für die Nachsuchengruppe „Waldeck-Frankenberg“ wurde Frau Katrin Förster gewählt. Karl-Heinz Hecker und Klaus Ellermann vertreten Frau Förster.

Die rote Arbeit wird nicht ohne Grund als die hohe Kunst des Waidwerks bezeichnet. Deshalb werden an die Hundeführer gewisse Anforderungen gestellt, die unbedingt erfüllt werden müssen. Die zum Einsatz kommenden Hunde müssen einer in Hessen anerkannten Jagdhunderasse angehören und die jagdliche Brauchbarkeit nachgewiesen haben. Ferner muss die Verbandsschweissprüfung / Verbandsfährtenschuhprüfung oder gleichwertiges (1.000 Meter mit min. 20 Stunden Stehzeit) nachgewiesen worden sein. Alle zum Einsatz kommenden Hunde müssen körperlich in der Lage sein, eine Hetze durchzuführen. 

Nachdem nun die Gruppe der Hundeführer organisiert war galt es, die 15 Reh- und 2 Rotwildhegegemeinschaften anzusprechen. Aus diesem Grund wurden im Febr. und März 2011 die jeweiligen Vorsitzenden der Hegegemeinschaften zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.  Ziel war es, dass alle Hegegemeinschaften die Gruppe der 10 Schweisshundeführer für die revierübergreifende Nachsuche in der jeweiligen Hegegemeinschaft benennt. Dadurch wird ein Netz über den gesamten Landkreis gespannt, was die revierübergreifenden Nachsuche für diese 10 Personen möglich macht. 

Zur Vorstellung des Projektes erklärten sich die Hundeführer bereit, die Vorsitzenden der Hegegemeinschaften bei den jeweiligen Jahreshauptversammlungen zu unterstützen. Die teilweise leidenschaftlich vorgetragenen Ausführungen der Hundeführer fanden überwältigende Zustimmungen bei den Versammlungen, so dass alle Hegegemeinschaften entschieden haben, bei diesem Projekt mitzumachen.

Da das Halten und Führen von geeigneten Hunden nicht unerheblich Kosten verursacht, erklärten sich weiterhin alle Hegegemeinschaften bereit, je nach Flächengröße jährlich einen Betrag von 75 EUR (< 10.000 Hektar) bzw. 100 EUR (>10.000 Hektar) zu leisten. 

Auch die Waldeckische Jägerschaft, die Jägervereinigung Frankenberg/Eder sowie der Jagdschutzverein Edertal unterstützen die Gruppe jährlich mit 300 EUR. Weiterhin stiftete die Fa. Eisenfinger, Frankenberg 10 Funktions-Shirts der Marke Pfanner, die den Hundeführern zur Verfügung gestellt werden.

Um die Rahmenbedingungen für die revierübergreifenden Nachsuche in allen Hegegemeinschaften gleich zu halten, wurden auf einer abschließenden Sitzung der Schweisshundeführer, der Forstamtsleiter und Hegegemeinschaftsvorsitzenden im Juni 2011 die folgenden Regeln erarbeitet:

* Die Verpflichtung zur Information, der bei der Nachsuche beteiligen Nachbarreviere obliegt dem Jagdausübungsberechtigten in dessen Revier die Nachsuche begonnen hat (nicht dem Hundeführer). Das Revier, in dem das Stück gefunden wurde bzw. zur Strecke kam, ist zwingend zu informieren. Die Reviere, die bei der Nachsuche durchschritten wurden, sind ebenfalls zu informieren.

* Der Hundeführer darf von einer Person begleitet werden. Ob diese Begleitperson bewaffnet sein sollte, entscheidet ausschließlich der Hundeführer.

* Der Nachsuchenführer ist verpflichtet, das zur Stecke gekommene Stück zu versorgen. Er ist ferner berechtigt, das Stück innerhalb des Reviers an den nächst möglichen Weg zu ziehen, um den Abtransport mittels Fahrzeugen zu erleichtern.

* Das Aneignungsrecht des Revierinhabers, in dessen Revier das Stück zur Strecke gekommen ist oder gefunden wurde, wird von dieser Vereinbarung nicht berührt. Sofern keine anderen Absprachen getroffen sind, gelten hinsichtlich der Anrechnung auf den Abschussplan grundsätzlich die gesetzlichen Bestimmungen.

* Der Hundeführer hat sein Fahrzeug entsprechend zu kennzeichnen sowie die erforderlichen Berechtigungen mit sich zu führen.

 

Die formelle Autorisierung der Hundeführer wurde bereits Ende August durch die Untere Jagdbehörde des Landkreises Waldeck-Frankenberg durchgeführt. Zukünftig ist geplant, die Hundeführer mit einheitlicher Schutzkleidung auszurüsten. Dafür sind jedoch nicht unerhebliche finanzielle Mittel notwendig. Wenn Sie diese Gruppe unterstützen möchten, wenden Sie sich bitten an Frau Förster (Mobil 0172 5609 112) oder nutzen Sie die Bankverbindung der Waldeckischen Jägerschaft, Konto-Nr. 75884 bei der Waldecker Bank in Korbach, BLZ 523 600 59; Stichwort: Schweisshundegruppe.

Abschließend nochmals herzlichen Dank an alle Beteiligten, insbesondere den Hundeführern, Vorsitzenden der Hegegemeinschaften und den Forstamtsleitern. Ganz besonders möchten wir uns  bei dem Leiter des Forstamtes Frankenberg, Herrn Andreas Schmitt bedanken, der immer mit Rat und Tat und überzeugenden Redebeiträgen das Projekt maßgeblich unterstützt hat.

Unser Bild zeigt von rechts nach links: Karl Keuling, Andreas Knoche, Klaus Ellermann, Philipp Tassius, Karl-Heinz Hecker, Rainer Demme, Heinrich Engelhard, Katrin Förster, Klaus Wohlrab; es fehlt Bernd Vogt, Michael Schulenberg.

 

Unsere Nachsuchenführer erreichen Sie unter folgenden Kontaktdaten:

* Karl Keuling,   Twistetal,   05695/477 oder 0174 680 3908
* Michael Osberg,  Twistetal,  0152 28690905
* Klaus Ellermann,  Frankenberg,  06455/1225 oder 06456/91571 oder 0162 659 2292
* Philpp Tassius,   Vöhl,   0176 553 94 679
* Karl-Heinz Hecker,  Rosenthal   06458/509 920 oder 0171 277 0216
* Marco Vöpel, Hatzfeld,   0173 5257540
* Heinz Langerzik,  Korbach,  01707627300
* Katrin Förster,   Rosenthal   0172 5609 112
* Klaus Wohlrab,  Wolfhagen,  05692/6949 oder 0170 900 4756
* Michael Schulenberg,  Willingen/Upland,  0163 / 8853 722

 

 

Wichtige Informationen / Verfahrensablauf:

Trotz guter Ausbildung und bester Ausrüstung kommt es im Jagdbetrieb immer mal wieder vor, dass ein Stück nicht im Feuer liegt, sondern abspringt. In genau diesen Situationen sind wir Menschen mit unseren Sinnen meist schnell am Ende und auf die Hilfe eines ausgebildeten  und geprüften Jagdhunds angewiesen. Sollte Ihnen in solch einer Situation momentan kein geeigneter Jagdhund zur Verfügung stehen, können wir Ihnen vielleicht helfen.

Vorstehend finden Sie eine Liste von derzeit zur Verfügung stehenden Hundeführern mit Kontaktdaten.  Bei den Gespannen handelt es ich um erfahrene Jäger, die mit Ihren vierbeinigen Jagdhelfern schon manche Nachsuche gemeistert haben. Zum Einsatz kommen ausschließlich Hunde, die in Hessen als anerkannte Jagdhunderasse zugelassen sind und an entsprechenden Prüfungen mit Erfolg teilgenommen haben. Als Mindestprüfungsanforderung gilt die Verbandsschweißprüfung / Verbandsfährtenschuhprüfung oder gleichwertiges (1.000 Meter mit min. 20 Stunden Stehzeit).

Alle unsere Hundeführer sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Wir sind keine Stammtisch-Geschichtenerzähler, sondern fühlen uns ausschließlich der Not des wunden Wildes und dem Kummer des Schützen verpflichtet.  Rote Arbeit ist nicht nur hohe Jagdkunst, sondern auch Vertrauenssache.

Grundsätzlich arbeiten alle unsere Gespanne ehrenamtlich. Aber das Halten von Hunden und die An- und Abfahrt mit geeigneten Kraftfahrzeugen sind mit Kosten verbunden, die angemessen zu vergüten sind. Die Abrechnung erfolgt, grundsätzlich zwischen dem Anforderer und dem Hundeführer, in bar unmittelbar nach Abschluss der Nachsuche.

Wenn Sie unsere Leistungen anfordern möchten zögern Sie nicht uns anzurufen. Auch wenn es komisch klingen mag: Der zweitbeste Schuss im Jagdbetrieb ist der, der das Wild komplett verfehlt hat. Um sich diesen Umstandes sicher zu sein, ist aber eine Kontrollsuche unumgänglich. Auch hier gilt: Lieber einmal zuviel eine Kontrollsuche veranlasst, als einmal zu wenig.

 

 

Abschließend geben wir noch zu bedenken, dass unsere Hundeführer ausschließlich ehrenamtlich tätig sind. Wir können also nicht garantieren, dass Sie besonders in Stoßzeiten immer sofort bedient werden können.

(Heinz Langerzik / Tobias Brun)

 

Alle Informationen mit freundlicher Genehmigung der Waldeckischen Jägerschaft

 

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